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Katharina Beck (*1982) ist Senior Managerin bei Accenture Strategy und berät Unternehmen, Verbände und öffentlich-rechtliche Organisationen zum Thema Nachhaltigkeit. Vor ihrer Tätigkeit als Unternehmensberaterin leitete sie als Direktorin das Institute for Social Banking und war Präsidentin von oikos International.

Du bist seit drei Jahren Mitglied des Aufsichtsrates. Wie bist du zur CHANCEN eG gekommen?

Der damalige Aufsichtsrat hat mich direkt angesprochen. Es wurde eine Person für die Erweiterung des Aufsichtsrats gesucht, die sich sowohl mit Unternehmen als auch mit Netzwerk- und Alumniorganisationen auskennt. Aufgrund meiner Berufserfahrung mit beiden passte das prima und schönerweise hat dann in den Erstgesprächen auch die Chemie zwischen der Runde und mir gestimmt. Ganz konkret kam Caspar-Fridolin Lorenz, den ich über meine frühere Tätigkeit am Institute for Social Banking / GLS Bank kenne, auf mich zu.

Wie gestaltest du deine Rolle als Aufsichtsrätin? Hast du bestimmte Schwerpunkte / Herzensthemen?

Wir haben im Aufsichtsrat regelmäßig über kurz- und langfristige Budget- und Strategiefragen zu beraten. Auch wenn wir alle gewisse Schwerpunkte haben, sind das doch für uns alle Themen, die viel der Zeit in Anspruch nehmen. Einen Schwerpunkt, den ich mit rein bringe, ist eine gewisse Standardisierung/Vereinfachung von Prozessen. Und auch zur Netzwerkarbeit haben wir auf der letzten Jahresversammlung einen schönen Workshop mit Nathalie Hubschneider (Head of Community Management) organisiert. Ein großes Herzensthema ist darüber hinaus die Messung der Wirkung/des „Impacts“ der CHANCEN eG. Mehr als den finanziellen Mehrwert aufzeigen, also auch eine soziale oder auch ökologische Wirkung, in quantifizierbarer Form, ist ein super wichtiges Mittel, um ein Sozialunternehmen wie die CHANCEN eG mit ihrer Mission auch gut zu steuern und auch zu kommunizieren, was wir eigentlich mit Sozialunternehmen meinen. Und ein weiteres, das ich bisher nicht einbringen konnte und was auch nicht meine Rolle als Aufsichtsrätin ist, ist die Personal- und Persönlichkeitsentwicklung.

Welches Ereignis ist dir aus deinen drei Jahren als Aufsichtsrätin der CHANCEN eG besonders im Gedächtnis geblieben?

Es gibt gar nicht so sehr das eine punktuelle Ereignis. Es sind eher viele tolle Erinnerungen zwischen Start-up, Social Business und Professionalität, wie zum Beispiel: die Anleihe über 13 Millionen Euro auszugeben und wie wir aber auch einmal wegen 14 Tausend Euro sogar darüber nachgedacht haben, Verwandte anzusprechen; wie eine Idee zu einer Zeitungsanzeige tatsächlich einen positiven Twist in der Art der Bewerber*innen auf eine seniore Position hatte; wie sich der Aufsichtsrat weiterentwickelt hat in den letzten Jahren mit neuen Mitgliedern; wie schwierig das Geschäftsmodell des UGV z.T. zu verstehen aber dann doch wunderbar mit seiner Wirkung zu erklären ist; wie das Team wächst – auch wenn ich das nur entfernt mitbekomme; wie auch Humor immer wieder zum Tragen kommt z.B. bei der Podiumsdiskussion „May the force of education be with you“. Und so weiter. 😊

Warum kandidierst du wieder für eine Position im Aufsichtsrat? Was möchtest du in deiner “nächsten Amtszeit” gerne umsetzen?

Ich würde mich freuen, wenn ich meine Erfahrungen in der Impact Messung und präzise-positiven Kommunikation beisteuern und meine Unternehmensberaterinnen-Fähigkeiten inkl. Organisationsentwicklung und mein Wissen um Netzwerk-Arbeit beisteuern kann. Als stv. Aufsichtsratsvorsitzende bringe ich auch immer gerne meine Moderationsfähigkeiten ein. Als Aufsichtsrat sind wir aber insgesamt ein gemeinsames Gremium, in dem nicht Einzelne ihre eigenen Projekte umsetzen, sondern wir auf Augenhöhe den Vorstand beraten und die Budgets mit bestimmen. Daher sind das alles mögliche Akzente, die wir gemeinsam voranbringen, wenn keine finanziell und strategisch sehr wichtigen Themen die Zeit in Anspruch nehmen.

Wo siehst du die CHANCEN eG in zehn Jahren?

Meine Vision für 2030 ist: Die CHANCEN eG ist die führende und fairste Finanziererin von Studiengebühren und Lebenshaltungskosten in Deutschland, Europa (sofern die rechtlichen Bedingungen dies zulassen) und Afrika – und setzt sich auch politisch für fairere Bildungschancen ein.

Was bedeutet Freiheit für dich?

Selbst entscheiden zu können was ich tue. Frei zu sein von gesellschaftlichen Konventionen oder sich bewusst für die ein oder andere zu entscheiden. Mein Leben für das einzusetzen, von dem ich überzeugt bin. Auch mal Nein sagen zu können, in Frieden mit anderen Menschen zu leben, Liebe zu üben, die natürlichen Lebensgrundlagen zu respektieren. Soweit erstmal… Ich empfehle als Gedankenanregung u.a. Joachim Gaucks schlankes Büchlein “Freiheit als Verantwortung”. Und sonst gibt es ja noch diverse, teils auch sehr dicke Bücher zu dem Thema. 😉

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