Die Rückzahlung auf einen Blick

Nach dem Ende deiner Ausbildung stehst du am Beginn deiner Rückzahlungsphase. Die Rückzahlung ist einkommensabhängig, durch ein Mindesteinkommen nach unten gesichert und durch einen Höchstbetrag nach oben gedeckelt. In Jahren, in denen du mehr als das Mindesteinkommen verdienst, bist du verpflichtet, einen Anteil deines Einkommens an die CHANCEN eG zu zahlen. Deine Rückzahlung ermöglicht der nächsten Studierendengeneration, sich ebenfalls ein Studium leisten zu können.

Eine Zusammenfassung des UGV-Modells zur Auffrischung findest du hier, die Details deiner Förderung kannst du in deinem persönlichen UGV im Rückzahlungsportal nachlesen.

 

Inhaltsverzeichnis
Wie funktioniert die Rückzahlung?
Das Rückzahlungsportal
Einkommensnachweise einreichen
Befreiung von der Rückzahlung beantragen
Einkommensteuerbescheid einreichen
Rückzahlung von der Steuer absetzen
Ende der Rückzahlung
Mitgliedschaft in der CHANCEN eG

Wie funktioniert die Rückzahlung?

Deine Rückzahlung beginnt am 1. Januar, der auf das Ende deines von der CHANCEN eG finanzierten Studiums oder deiner von der CHANCEN eG finanzierten Ausbildung folgt (Exmatrikulationsdatum). Bei einer Exmatrikulation am 30.09.2051 startet deine Rückzahlungsphase also am 01.01.2052.

Du musst nur zurückzahlen, wenn du aktuell über dem vertraglich festgelegten Mindesteinkommen verdienst. Verdienst du darüber, zahlst du monatliche sogenannte „Abschlagszahlungen“ an die CHANCEN eG. Diese sind jeweils zum 15. des Monats fällig.

Deine Rückzahlungsprozente sind in deinem UGV festgelegt. Dabei geht es immer um einen Anteil deines maßgeblichen Einkommens. Du kannst deine monatliche Zahlung berechnen, indem du den Einkommensanteil aus deinem Vertrag mit deinem monatlichen maßgeblichen Einkommen multiplizierst.

Wir folgen der Einkommensdefinition des Einkommensteuergesetzes (EStG). Demnach zählen folgende Bestandteile zum Einkommen:

  1. Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft
  2. Einkünfte aus Gewerbebetrieb
  3. Einkünfte aus selbständiger Arbeit
  4. Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit
  5. Einkünfte aus Kapitalvermögen
  6. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
  7. sonstige Einkünfte im Sinne des § 22 EStG

Du bist verpflichtet, uns all diese Einkünfte mitzuteilen.

Außerdem wird das Einkommen um deine Werbungskosten gemindert (wir rechnen im Schnitt mit 9%) und eventuell auch um Pauschalabzüge. Die Pauschalabzüge kannst du dem § 10 (4) deines UGV entnehmen. Bitte beachte, durch die vertraglich festgelegte Kopplung der Pauschalabzüge ans BAföG-Gesetz kann der tatsächliche Pauschalabzug von dem in deinem UGV genannten Abzug abweichen.

Aber keine Sorge, du musst uns einfach nur den Einkommensnachweis hochladen, wir kümmern uns dann um den Rest.

Eventuell erhältst du dein Gehalt nicht zum 15. des Monats und ein anderes Zahlungsdatum wäre für dich praktischer. Da individuelle Zahlungstermine für uns zu einem sehr hohen Mehraufwand führen würden, müssen wir deine Zahlung dennoch zum 15. einziehen. Sorge also bitte dafür, dass dein Konto zum 15. des Monats ausreichend gedeckt ist. Wir erinnern dich drei Tage vor dem Zahlungstag nochmal an die anstehende Zahlung, sodass du für eine Deckung deines Kontos sorgen kannst.

Ganz einfach, du erteilst uns ein SEPA Mandat im Rückzahlungsportal und wir ziehen deine monatlichen Zahlungen selbständig ein, ohne dass du dich darum kümmern musst. Genauere Infos zum SEPA Mandat findest du unter „das Rückzahlungsportal“.

Wenn dein Konto nicht gedeckt ist, schlägt der SEPA Einzug fehl und wir versuchen es einige Tage später automatisch nochmal. In der Zwischenzeit solltest du dafür sorgen, das Konto zu decken oder dich bei uns melden, falls das aktuell nicht möglich ist. Bitte beachte, dass für verspätete Zahlungen Verzugszinsen fällig werden, einen Zahlungsrückstand solltest du also vermeiden, indem du immer genügend Geld auf dem Konto hast.

Die Mindestabschlagszahlungen stellen die Untergrenze deiner monatlichen Rückzahlung dar. Wenn du über dem Mindesteinkommen verdienst, musst du jeden Monat mindestens die monatliche Mindestanschlagszahlung an die CHANCEN Gemeinschaft zahlen.

Die Mindestabschlagszahlungen sind vor allem dann relevant, wenn du uns weder dein Einkommen mitteilst noch einen Antrag auf Befreiung von der Rückzahlung im Rückzahlungsportal stellst. Dann ziehen wir automatisch die monatlichen Mindestabschlagszahlungen von deinem Konto ein. Bitte beachte, dass eine solche Rückzahlung dann zunächst nicht an dein Einkommen gekoppelt ist und du vermutlich eine höhere Nachzahlung leisten musst, sobald uns dein Einkommensteuerbescheid vorliegt und wir dein Einkommen kennen.

Die Höhe deiner monatlichen Mindestabschlagszahlungen findest du in deinem UGV und in deinem Rückzahlungsportal. Die Abschlagszahlungen werden laufend an das Einkommen des Vorjahres angepasst.

Bestimmt hattest du gute Gründe für deinen Abbruch und die CHANCEN eG möchte dich auch in deinen nächsten Schritten unterstützen.

Da wir bereits Teile deines Studium oder deiner Ausbildung gezahlt haben, musst du natürlich auch an die Genossenschaft zurückzahlen – das ist ja nur gerecht. Falls du aber aktuell kein oder wenig Einkommen beziehst, kannst du selbstverständlich einen Antrag auf Befreiung von der Rückzahlung stellen. Somit kannst du dich -falls notwendig- nach dem Abbruch in Ruhe umorientieren.

Wenn du über dem Mindesteinkommen verdienst, bist du zu Rückzahlungen verpflichtet. Hierfür passt sich dein Einkommensanteil daran an, welchen Anteil der vereinbarten Gebühren wir tatsächlich übernommen haben. Diese Zahlen kannst du in deinem Rückzahlungsportal einsehen.

Beispiel: Wir hatten im UGV vereinbart, 10.000€ Gebühren für dich zu übernehmen und der Einkommensanteil dafür beträgt 8% über 5 Jahre. Du brichst das Studium nach der Hälfte der Zeit ab und wir haben 5.000€ für dein Studium bezahlt. In diesem Fall halbiert sich dein Einkommensanteil auf 4% (immer noch über 5 Jahre).

Unter Inflation versteht man einen Wertverlust des Geldes. Eine leichte Inflation gilt als normal und ist auch in Deutschland in der Regel zu beobachten.

Die Zahlen im UGV sind wertgesichert, das heißt, sie passen sich an die reale deutsche Inflation an. Wir erwarten, dass sich alle Euro-Beträge im UGV durch die Inflation im Lauf der Zeit leicht erhöhen. Das gilt insbesondere für die Höchstgrenze, die monatlichen Mindestabschlagzahlungen, das Mindesteinkommen und die Zahlung, die fällig wird, wenn du deinen Einkommensteuerbescheid nicht fristgerecht einreichst. Konkrete Anpassungen der Zahlen nehmen wir immer dann vor, wenn die Summe der Inflationen mehrerer Jahre 5% übersteigt.

Dein Einkommensanteil unterliegt nicht der Inflation. Er bleibt über deine gesamte Rückzahlungszeit gleich.

Klingt kompliziert?

Keine Sorge, es ist normal, dass du eventuell Rückfragen zur Einkommensdefinition, den genauen Abläufen der Rückzahlung oder anderen Themen hast. Melde dich gerne zu einem Rückzahlungswebinar an, in dem wir diese Themen genauer erklären und deine Fragen beantworten.

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Das Rückzahlungsportal

Über das Rückzahlungsportal kannst du bequem mit uns kommunizieren. Es hat folgende Funktionalitäten:

Du kannst deine Anschrift und Handynummer selbständig im Rückzahlungsportal ändern. Für Änderungen der Nationalität, des Namens oder der Emailadresse musst du eine Anfrage im Portal stellen.

Du kannst uns über das Portal bequem ein SEPA Mandat erteilen. Das benötigen wir, um die Rückzahlung abwickeln zu können. Bitte beachte, dass du während deiner gesamten Rückzahlungszeit verpflichtet bist, uns ein gültiges SEPA Mandat zu erteilen, auch wenn deine Rückzahlung gerade pausiert ist.
Um dein SEPA Mandat neu zu erteilen, muss zu zunächst dein bisheriges SEPA Mandat widerrufen und kannst im Anschluss ein neues erteilen.
Falls du kein SEPA-fähiges Konto besitzt, kannst du uns über Transferwise eine SEPA-fähige Einzugsmethode einrichten. (Eine detaillierte Anleitung  findest du hier.)

Im Portal kannst du deine Rückzahlungskonditionen einsehen und auch deinen unterschriebenen UGV downloaden.

Das Portal gibt dir eine Übersicht über bereits geleistete und ausstehende Zahlungen.

Im Portal kannst du Informationen über dein Einkommen einreichen, Anträge auf Befreiung von der Rückzahlung stellen und um die Änderung besonderer persönlicher Daten (Name, Nationalität) bitten. Weitere Details findest du im nächsten Absatz.

Einkommensnachweise einreichen

Damit wir deine Rückzahlung berechnen können, musst du uns über dein Einkommen informieren.

Du kannst ganz einfach über das Rückzahlungsportal dein Einkommen nachweisen.

Dafür musst du unter „Anträge verwalten“ auswählen dass du einen „Einkommensnachweis“ einreichen möchtest und uns einen Nachweis über dein Einkommen als Scan/Foto hochladen. Mögliche Nachweise sind dein Arbeitsvertrag oder eine Lohnabrechnung.

Wenn du selbständig bist, hast du keinen Arbeitsvertrag oder Lohnabrechnungen, die du uns einreichen könntest. Vermutlich weißt du auch noch nicht genau, wie viel du verdienen wirst. Das ist kein Problem.

Du kannst im Rückzahlungsportal unter „Anträge verwalten“ den Punkt „Einkommensnachweis“ auswählen, dein geschätztes Bruttoeinkommen angeben und uns statt eines Nachweises z.B. eine Tabelle mit den geschätzten Einkünften einreichen oder einen kleinen Erklärungstext. Prinzipiell vertrauen wir darauf, dass du dein Einkommen so genau wie möglich einschätzt und uns über Änderungen informierst.

Du kannst uns im Lauf des Jahres über Änderungen jederzeit informieren und wir können die monatlichen Zahlungen jederzeit anpassen.

Wenn du davon ausgehst, dass dein Einkommen unter dem Mindesteinkommen liegen wird, kannst du auch einen Antrag auf Befreiung von der Rückzahlung stellen.

Wenn dir eine Prognose sehr schwer fällt, empfehlen wir, zunächst die monatlichen Mindestabschlagzahlungen zu leisten, die in deinem UGV festgelegt sind. Sobald das Einkommen besser abschätzbar ist, können wir dann Anpassungen vornehmen.

Du kannst ganz normal im Rückzahlungsportal unter „Anträge verwalten“ den Punkt „Einkommensnachweis“ auswählen und uns die gewohnten Nachweise hochladen (z.B. Arbeitsvertrag oder Lohnabrechnung). Wir melden uns bei dir, wenn wir sprachliche Schwierigkeiten haben.

Auch wenn du im Ausland arbeitest, musst du uns später deinen Einkommensteuerbescheid zusenden. Das heißt, du musst in dem Land, in dem du arbeitest, deine Einkommensteuererklärung machen und uns den Steuerbescheid im Portal hochladen. Falls wir Schwierigkeiten haben, das Steuersystem zu verstehen, können wir von dir eine Umrechnung deines Einkommens ins deutsche Steuersystem durch eine*n deutsche*n Steuerberater*in oder Wirtschaftsprüfer*in verlangen.

Das ist kein Problem, dann reichst du einfach einen neuen Nachweis über das Rückzahlungsportal ein und teilst uns mit, ab wann die Einkommensänderung gültig ist.

Dann kannst du einfach einen Antrag auf Befreiung von der Rückzahlung im Rückzahlungsportal stellen und wir pausieren deine Rückzahlung direkt.

Befreiung von der Rückzahlung beantragen

Wenn dein Einkommen unter dem festgelegten Mindesteinkommen liegt, kannst du dich von der Rückzahlung befreien lassen.

Du kannst dich von der Rückzahlung befreien lassen, wenn du unter dem vertraglich festgelegten jährlichen Mindesteinkommen verdienst. Dieses Mindesteinkommen soll dein Existenzminimum sichern und garantieren, dass du nur an die CHANCEN eG zurückzahlen musst, wenn du dir das auch leisten kannst. Einen Antrag auf Befreiung von der Rückzahlung solltest du also stellen, falls du zu Beginn des Jahres noch auf Jobsuche bist oder absehbar ist, dass du wenig verdienen wirst.

Wichtig: Ohne Informationen von dir können wir nicht wissen, ob du gerade über oder unter dem Mindesteinkommen verdienst. Daher musst du die Befreiung von der Rückzahlung aktiv beantragen. Wenn du die Befreiung nicht beantragst, ziehen wir automatisch die vertraglich festgelegten monatlichen Mindestabschlagszahlungen von deinem Konto ein.

Dein generelles Mindesteinkommen kannst du deinem UGV entnehmen oder im Rückzahlungsportal nachschauen. Der Betrag ist wertgesichert und passt sich an die Inflation an. Unter Inflation versteht man einen Wertverlust des Geldes. Eine leichte Inflation gilt als normal und ist auch in Deutschland in der Regel zu beobachten. Wir erwarten, dass sich das Mindesteinkommen durch die Inflation im Lauf der Zeit leicht erhöht. Konkrete Anpassungen des Mindesteinkommens nehmen wir immer dann vor, wenn die Summe der Inflationen mehrerer Jahre 5% übersteigt.

Das Mindesteinkommen kann sich außerdem durch deine persönlichen Lebensumstände wie Partnerschaft, Kinder, BAföG-Rückzahlungen und gesundheitliche Beeinträchtigung erhöhen. All diese Faktoren stellen mögliche finanzielle Belastungen dar, an die sich deine Rückzahlung anpasst. Das bedeutet, wenn du erhöhte Kosten nachweisen kannst, wird dein Mindesteinkommen erhöht. Wenn du weniger als das erhöhte Mindesteinkommen verdienst, kannst du dich von der Rückzahlung befreien lassen.

  • Partnerschaft: Wenn du verheiratet bist und finanziell für deine*n Partner*in aufkommen musst, weil er*sie wenig oder nichts verdient, erhöht sich dein Mindesteinkommen.
  • Kinder: Auch für Kinder hast du zusätzliche Kosten. Diese erhöhen ebenfalls dein Mindesteinkommen, vorausgesetzt du bist unverheiratet oder dein*e Ehegatt*in verdient wenig oder nichts. Auch Unterhaltszahlungen kannst du hier geltend machen.
  • BAFöG-Rückzahlungen: Dein Mindesteinkommen erhöht sich um deine monatlichen BAFöG-Mindestzahlungen. Es geht also nicht darum, wie viel du wirklich ans BAFöG-Amt zurückzahlst, sondern nur darum, wie viel du mindestens zahlen musst.
  • Behinderungsbedingte Aufwendungen: In §33b EStG festgelegte behinderungsbedingte Aufwendungen erhöhen ebenfalls dein Mindesteinkommen.

Um wie viel sich das Mindesteinkommen jeweils erhöht, kannst du deinem UGV entnehmen.

Den Antrag kannst du ganz einfach im Rückzahlungsportal stellen, indem du unter „Anträge verwalten“ „vorläufige Befreiung von Abschlagszahlungen beantragen“ auswählst.

Je nach Situation sind verschiedene Nachweise notwendig:

  • Geringes Einkommen: Arbeitsvertrag / Lohnabrechnung
  • Arbeitslosigkeit: Bescheinigung vom Job-Center oder der Bundesagentur für Arbeit
  • Studium / Weiterbildung: Immatrikulationsbescheinigung
  • Kindererziehung: Nachweis über Mutterschutz oder Elternzeit
  • Krankheit: Nachweis über Krankheit / Berufsunfähigkeit / Arbeitsunfähigkeit

Solltest du keinen Nachweis über deine aktuelle Tätigkeit haben, beispielsweise, weil du nicht beim Job-Center gemeldet bist, dann schreibe das einfach in deinen Antragstext.

Sollte sich im Lauf des Jahres herausstellen, dass du doch über dem Mindesteinkommen verdienen wirst, kannst du einfach im Rückzahlungsportal einen Einkommensnachweis hochladen und die Rückzahlung startet automatisch.

Einkommensteuerbescheid einreichen

Wir brauchen jedes Jahr deinen Einkommensteuerbescheid, um dein Einkommen final berechnen zu können.

Der Einkommensteuerbescheid ist ein Brief vom Finanzamt, den du bekommst, nachdem du deine Einkommensteuererklärung eingereicht hast. Er listet deine Einkünfte aus einem vergangenen Jahr auf und teilt dir mit, ob du Steuern nachzahlen musst oder ob du Steuergelder zurückbekommst und falls ja, in welcher Höhe. Ausführlichere Informationen zum Einkommensteuerbescheid findest du bei Mystipendium.

Als Rückzahler*in des UGV bist du verpflichtet, der CHANCEN eG jährlich deinen Einkommensteuerbescheid über die Einkünfte des letzten Jahres einzureichen – und das bedeutet, dass du in jedem Jahr deiner Rückzahlung eine Einkommensteuererklärung abgeben musst.

Eine Einkommenssteuererklärung einzureichen ist in den meisten Fällen vorteilhaft für dich: Da du beispielsweise Umzugspauschalen und Werbungskosten von der Steuer absetzen kannst, bekommst du in vielen Fällen wieder Geld vom Finanzamt zurück.

Der Einkommensteuerbescheid ist das offiziellste Dokument, das es über die Gesamtheit deiner Einkünfte gibt. Er ist vom Finanzamt ausgestellt und daher sehr zuverlässig. Außerdem listet er im Gegensatz zu deinen Lohnabrechnungen oder deinem Arbeitsvertrag auch weitere Einkünfte nach §2 des Einkommensteuergesetzes wie beispielsweise deine Mieterträge.

Wir bringen unseren Mitgliedern viel Vertrauen entgegen, aber an der Stelle des Einkommensnachweises müssen wir zum Schutz aller Mitglieder handfeste Nachweise erfragen – und das ist in diesem Fall der Einkommensteuerbescheid. Daher sind Rückzahler*innen in jedem Jahr ihrer Rückzahlung zum Einreichen dieses Dokuments verpflichtet – auch wenn sie in dem Jahr von der Rückzahlung befreit waren.

Ja, es gibt keine Ausnahmen von der Verpflichtung, den Einkommensteuerbescheid einzureichen!

Da du neben angestellter Arbeit auch andere Einkunftsquellen haben könntest (beispielsweise Mieterträge oder Kapitalerträge), brauchen wir jedes Jahr den Einkommensteuerbescheid von dir. Aber keine Sorge, falls du kein Einkommen bezogen hast, ist die Einkommenssteuererklärung schnell gemacht und wird dich nicht viel Zeit kosten.

Ganz einfach im Rückzahlungsportal unter „Anträge verwalten“ – „Einkommensteuerbescheid“.

Bitte achte darauf, den vollständigen Einkommensteuerbescheid bis zum amtlichen Siegel einzuscannen beziehungsweise abzufotografieren. Wir müssen natürlich alle Seiten des Einkommensteuerbescheides kennen, um ihn prüfen zu können.

Den Einkommenssteuerbescheid für ein Jahr musst du immer spätestens zum 31.12. des Folgejahres einreichen. Den Steuerbescheid für das Jahr 2051 musst du also beispielsweise spätestens am 31.12.2052 einreichen. Das bedeutet, du hast ein ganzes Jahr Zeit, den Einkommensteuerbescheid zu besorgen. Durch unsere Erinnerungsmails wirst du regelmäßig an diese Verpflichtung erinnert.

Wichtig: Reiche den Einkommensteuerbescheid pünktlich ein, da sonst eine sehr hohe Rückzahlung fällig wird. Plane außerdem ein, dass zwischen der Abgabe der Steuererklärung und dem Erhalt des Einkommensteuerbescheids mehrere Wochen bis Monate liegen können. Mache deine Steuererklärung daher auf jeden Fall in der ersten Jahreshälfte, um Verspätungen zu vermeiden.

Wenn wir deinen Einkommensteuerbescheid erhalten, berechnen wir deine Rückzahlungspflicht für das betreffende Jahr und gleichen sie mit deinen geleisteten Zahlungen ab:

  • Falls du zu viel gezahlt hast, kommt es zu einem Guthaben, das mit den nächsten Zahlungen verrechnet wird. Dadurch reduzieren sich deine nächsten Zahlungen.
  • Falls du zu wenig gezahlt hast, kommt es zu einer Nachzahlung, die du innerhalb von 14 Tagen auf einmal erbringen musst. Falls die Nachzahlung sehr hoch ist, kannst du uns um eine Zahlung in Raten bitten.

Damit das Guthaben und die Nachzahlungen so klein wie möglich sind ist es wichtig, dass du uns immer über dein aktuelles Einkommen informierst.

Bitte mache deine Einkommensteuererklärung in dem Land, in dem du gearbeitet hast. Du wirst auch dort ein Äquivalent des Einkommensteuerbescheids erhalten, das du uns im Rückzahlungsportal einreichen kannst. Wir melden uns bei dir, wenn wir sprachliche Schwierigkeiten haben oder mit dem Steuersystem nicht vertraut sind. In diesem Fall können wir von dir eine Umrechnung deines Einkommens ins deutsche Steuersystem durch eine*n deutsche*n Steuerberater*in oder Wirtschaftsprüfer*in verlangen.

Wichtig: Laut UGV bist du dazu verpflichtet, die Kosten für eine*n Steuerberater*in oder Wirtschaftsprüfer*in zu übernehmen. Wir werden versuchen, die Umrechnung nur anzufordern, wenn sie wirklich erforderlich ist, aber sei dir bitte dessen bewusst, dass hier zusätzliche Kosten auf dich zukommen könnten.

In diesem Fall ziehen wir den vertraglich festgelegten Höchstbetrag von deinem Konto ein. Dieser Betrag ist sehr hoch, du solltest das also in deinem eigenen Interesse vermeiden, indem du uns einfach fristgerecht den Einkommensteuerbescheid einreichst.

Wichtig: Mit Unterzeichnung des UGV hast du zugestimmt, den Höchstbetrag zu zahlen, falls du den Einkommensteuerbescheid nicht fristgerecht einreichst. Wir sind es unseren Mitgliedern und Investor*innen schuldig, unsere vertraglichen Ansprüche durchzusetzen und eine zuverlässige Rückzahlung zu garantieren. Daher werden wir von unserem Recht, den Höchstbetrag einzuziehen, Gebrauch machen, falls es nötig werden sollte. Viel lieber ist es uns natürlich, wenn es nicht so weit kommt und du einfach deinen Einkommensteuerbescheid einreichst.

Steuern sind nicht so dein Thema?

Falls du mit dem Thema noch nicht vertraut bist, kannst du z.B. auf steuern.de oder steuererklaerung-selber-machen.com Informationen und Anleitungen finden. Außerdem bieten wir regelmäßige Steuer-Webinare an. Schau doch mal auf unserer Webinar-Seite vorbei!

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Rückzahlung von der Steuer absetzen

Deine Rückzahlung kannst du steuerlich absetzen und dadurch Steuergelder zurückbekommen.

Die Kosten für ein Studium oder eine Ausbildung sind in Deutschland als Sonderausgaben oder Werbungskosten von der Einkommenssteuer absetzbar (mehr Infos zur Unterscheidung von beidem findest du auf unserem Blog). Daher kannst du deine UGV-Rückzahlungen von der Einkommenssteuer absetzen und dadurch Steuergelder zurückbekommen. Aktuell gehen wir von einer durchschnittlichen Ersparnis von 25-33% der Rückzahlung aus – es lohnt sich also.

Wie das funktioniert, kannst du in unserem steuerlichen Merkblatt nachlesen, das von Steuerberater*innen und Expert*innen verfasst wurde. Außerdem gehen wir in unseren Steuerwebinaren darauf ein.

Zum Beginn des Jahres kannst du deine Zahlungsübersicht für die Zahlungen des vergangenen Jahres im Rückzahlungsportal abrufen. Die Zahlungsübersicht kannst du beim Finanzamt einreichen.

Das können wir nicht pauschal beantworten, da es vom Steuersystem des jeweiligen Landes abhängt. Dafür musst du dich mit dem Steuersystem näher auseinandersetzen. Grundsätzlich gilt: Die Steuersysteme verschiedener Länder unterscheiden sich stark, wodurch die steuerliche Absetzbarkeit je nach Land unterschiedlich ausfallen oder teilweise auch komplett entfallen kann.

In diesem Fall ist die steuerliche Absetzbarkeit der Rückzahlung nur begrenzt oder auch gar nicht möglich. Beschäftige dich am besten damit, ob du die Gebühren bereits während deines Studiums steuerlich geltend machen kannst (Mystipendium hat hier einige Infos gesammelt).

Ende der Rückzahlung

Deine Rückzahlung kann auf drei Arten enden:

Deine maßgebliche Rückzahlungsdauer findest du in deinem UGV. Hier ist festgelegt, wie viele Jahre lang du einen Anteil deines Einkommens an die CHANCEN eG bezahlen musst. Wenn du die genannten Jahre lang Rückzahlungen an die CHANCEN eG geleistet hast und dabei die jährliche Minimalzahlung erreicht hast, endet die Rückzahlung.

Der Rückzahlungszeitraum ist ebenfalls in deinem UGV festgelegt. Er beträgt in der Regel 25 Jahre nach Abschluss des Studiums/der Ausbildung. Wenn der Rückzahlungszeitraum endet, endet auch der UGV, egal, wie viel du zurückgezahlt hast.

Somit musst du dir auch im Fall langjähriger Krankheit, Berufsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit keine Sorgen machen – die Zahlungsansprüche aus dem UGV erlöschen nach Ablauf des Rückzahlungszeitraums und du kannst hierdurch nicht in eine Schuldenfalle geraten.

Auch die Höchstgrenze deiner Rückzahlung ist im UGV festgelegt. Sie beträgt zumeist 200% der Studiengebühren, die die CHANCEN eG für dich übernommen hat. Der Betrag ist wertgesichert und passt sich an die Inflation an (Unter Inflation versteht man einen Wertverlust des Geldes. Eine leichte Inflation gilt als normal und ist auch in Deutschland in der Regel zu beobachten. Wir erwarten, dass sich die Höchstgrenze durch die Inflation im Lauf der Zeit leicht erhöht. Konkrete Anpassungen der Höchstgrenze nehmen wir immer dann vor, wenn die Summe der Inflationen mehrerer Jahre 5% übersteigt).

Solltest du sehr gut verdienen, ist die Rückzahlung nach oben gedeckelt: Wenn deine Rückzahlungen in Summe die Höchstgrenze erreichen, hört deine Rückzahlung auf. Sobald dies geschieht, endet der UGV automatisch. Durch deine hohe Rückzahlung hast du mehr Bildungschancen für die nächste Generation geschaffen.

Bei Krediten hast du oft die Möglichkeit, den Vertrag durch eine frühzeitige Tilgung zu beenden, indem du eine große Summe auf einen Schlag zurückzahlst. Beim UGV ist das nur schwer möglich. Das liegt am Unterscheid zwischen UGV und Kredit:

  • Bei einem Kredit schuldest du eine bestimmte Summe plus Zinsen. Es lässt sich leicht berechnen, welche Zahlungssumme noch aussteht. Indem du diese Summe auf einen Schlag zahlst, kannst du frühzeitig tilgen und den Kreditvertrag beenden.
  • Bei einem UGV schuldest du einen Anteil deines aktuellen und zukünftigen Einkommens. Diese Summe ist kaum vorhersehbar, da sie von deinen zukünftigen Gehaltsentwicklungen abhängt. Daher ist eine frühzeitige Tilgung beim UGV nur schwer möglich.

Du kannst den UGV jederzeit beenden, indem du freiwillig die Höchstgrenze zurückzahlst. In diesem Fall schaffst du mehr Bildungschancen für die nächste Generation, zahlst aber eventuell auch mehr, als du eigentlich zahlen müsstest.

Du kannst außerdem jederzeit freiwillig mehr zahlen, also du aktuell müsstest, um dadurch deine zukünftigen Zahlungen zu reduzieren.

Mitgliedschaft in der CHANCEN eG

Auch in deiner Rückzahlungsphase bleibst du selbstverständlich Mitglied und Teil der CHANCEN eG.

Während der Rückzahlungszeit bleibst du Mitglied der CHANCEN eG. Davon hast du folgende Vorteile:

  • Stimmrecht in der Mitgliederjahresversammlung: Als Mitglied kannst du wichtige Entscheidungen mittragen, Satzungsänderungen beantragen und neue Aufsichtsratsmitglieder vorschlagen (eine genaue Liste deiner Rechte findest du in unserer Satzung). Du hast also echte Mitbestimmungs- und Kontrollrechte.
  • Dividendenzahlungen: Wenn die CHANCEN eG Gewinne ausschüttet, erhältst du eine Dividende auf deinen Anteil.
  • Community: Als Mitglied der CHANCEN Community profitierst du von kostenlosen Workshops und Vernetzungsmöglichkeiten. In deiner Funktion als Alumni kannst du außerdem dein Wissen an andere Communitymitglieder weitergeben und so mehr als nur Geld an die Gemeinschaft zurückgeben.

Nach deiner Rückzahlung ist deine Mitgliedschaft freiwillig – wenn du möchtest, kannst du deinen Anteil an der CHANCEN eG zum Ende deiner Rückzahlungszeit zurückgeben. Dafür musst du deine Mitgliedschaft kündigen. In unserer Satzung kannst du nachlesen, welche Fristen hierfür gelten.

Wir würden uns aber sehr freuen, wenn du auch nach deiner Rückzahlungszeit ein Teil der CHANCEN Genossenschaft bleibst und dich weiter als Alumni einbringst. Du hast natürlich auch die Möglichkeit, weitere Anteile zu erwerben und die CHANCEN eG mit diesem Impact Investment weiter zu unterstützen, damit noch mehr Studierende vom UGV profitieren können.

 

Kontakt

Nathalie Hubschneider

Student & Alumni Services