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Nach unserer Gründungsversammlung im Februar letzten Jahres, fand am 10. Juni 2017 unsere zweite Generalversammlung in den Räumlichkeiten der GLS Bank statt.

Während die Nachmittagssonne durch die großen Panoramafenster schien, kamen Gründungs-, kapitalgebende und neu gewonnene Mitglieder zusammen und konnten sich an den Ständen unserer Partnerhochschulen mit den Studierenden austauschen. In diesem einladenden Ambiente wurden unter dem Leitmotiv „Freiheit durch Solidarität“ Kern- und Entwicklungsperspektiven unserer Genossenschaft diskutiert, die sich seit nunmehr eineinhalb Jahren für mehr Chancengerechtigkeit und erhöhte soziale Diversität an deutschen Hochschulen einsetzt.

Zum Auftakt führten die beiden Vorstände, Florian Kollewijn und Olaf Lampson, in die Arbeit des vergangenen Jahres ein: Auf der Studierendenseite konnte das Angebot auf mittlerweile acht Partnerhochschulen ausgeweitet werden, an denen nun 116 Geförderte studieren. Gedeckt wurden diese neuen Hochschulkooperationen durch den Zugewinn weiterer Kapitalgeber.

Aus dem Bericht der Vorstände entwickelte sich ein lebhafter Dialog zwischen Vorstand und Mitgliedern, der Fragen und Austausch ermöglichte. Eine Frage rückte dabei besonders in den Fokus: Wie können wir als CHANCEN eG unser gemeinwohlorientiertes UGV-Modell authentisch kommunizieren und uns damit von UGV-Anbietern differenzieren, die sich stärker an monetärer Rendite orientieren?

Im Anschluss erfolgte eine persönliche Präsentation der einzelnen Hochschulen durch die Studierenden. Sie berichteten aus ihrem Hochschulalltag, von aktuellen Studienprojekten und veranschaulichten begeistert die vielfältigen didaktischen Konzepte ihrer Hochschulen. Sebastian Wyrwall, Student an der Games Academy, nahm die Zuhörer mit auf eine Reise zu den Lehrmethoden der Academy und berichtete, wie die Studierenden über ein Semester, gemeinsam in einem interdisziplinären Team aus Designern, Programmierern, Künstlern und Produzenten, ein Projekt erschaffen und dabei neue Inhalte und Kompetenzen direkt in der Anwendung vermittelt bekommen. Als angehender Produzent beschäftigt sich Sebastian viel mit modernen Führungs- und Managementmethoden und lernt, verschiedene Kompetenzen aus dem Feld der Softwareentwicklung mit kommunikativen Fähigkeiten zu vereinen. So entstehen schon während der Studienzeit Projekte von herausragender Qualität, die sowohl Entwicklerstudios als auch Verlage regelmäßig überzeugen.

„Auffällig ist, dass die Partnerhochschulen der CHANCEN eG vom ersten Semester an eine intelligente Integration von Praxisanteilen in ihre Lehrpläne anstreben und großen Wert auf Persönlichkeitsentfaltung und die Entwicklung interpersoneller Kompetenzen legen. Dadurch lernen die Studierenden früh, ihr Handeln zu reflektieren und werden darauf vorbereitet, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen“, stellte CHANCEN eG-Mitglied Louis Jarvers begeistert fest.

So erarbeiten sich die Studierenden der Medizinischen Hochschule Brandenburg im Lehrformat des Problemorientierten Lernens anhand konkreter, komplexer werdender Problemstellungen die naturwissenschaftlichen Grundlagen, verknüpft mit klinisch relevanten Inhalten. Dieser frühzeitige Praxisbezug schult das Verständnis der Zusammenhänge zwischen Theorie und Praxis. Durch die Arbeit in Kleingruppen sollen die Studierenden darüber hinaus zum kritischen Diskurs angeregt und zu urteilsfähigen Arztpersönlichkeiten ausgebildet werden.

Die persönliche Präsentation der Hochschulen bot eine gute Gelegenheit, um andere Genossenschaftsmitglieder kennen zu lernen und sich untereinander zu vernetzen. „Es wird spannend zu sehen, wie diese Dynamik dazu beiträgt, eine inhaltliche und ganzheitliche Begleitung und Unterstützung der Geförderten Schritt für Schritt aufzubauen“, so Lydia Behrend, Studentin der Humanmedizin an der MHB.

Auf großes Interesse stieß auch die Präsentation von Batya Blankers und Jakob Skatulla, die einen spannenden Einblick in die aktuellsten Entwicklungen unseres Forschungsprojekts gab. Im Rahmen des RGC-Projekts untersucht die CHANCEN eG Möglichkeiten zur Etablierung des UGV in Ruanda und Südafrika.

Im formalen Teil der Generalversammlung erläuterte Vorstand Olaf Lampson zunächst die Gewinn- und Verlustrechnung für 2016 und zeigte anhand weiterer Zahlen die erfreuliche Entwicklung der CHANCEN eG auf. Im Anschluss übernahm Joachim Rang, Aufsichtsrat der CHANCEN eG und Leiter des Vermögensmanagements der GLS Treuhand. Er unterstrich unter anderem die Bedeutung der zukünftigen Alumniarbeit: „Wir möchten die CHANCEN eG zu einer vitalen Gemeinschaft entwickeln, die sich über das Vertragsverhältnis hinaus auf ein gemeinsames Anliegen bezieht. So kann das Solidarmodell leben und geförderte Studierende werden zu investierenden Genossen.“

Die Stärkung der langfristig angelegten Netzwerk- und Alumniarbeit der CHANCEN eG wird Katharina Beck unterstützen, die wir auf der Generalversammlung mit Begeisterung als neues Mitglied im Aufsichtsrat begrüßen konnten. Als Managerin in einer großen Strategieberatung berät Katharina Beck Unternehmen, Verbände und öffentlich-rechtliche Organisationen zum Thema Nachhaltigkeit. Vor ihrer Tätigkeit als Unternehmensberaterin leitete sie als Direktorin das Institute for Social Banking und war Präsidentin von oikos International. Außerdem engagiert sie sich beim Bündnis 90/Die Grünen als Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Finanzen für eine sozial-ökologische Wirtschafts- und Finanzgesetzgebung. Neben einer hohen ideellen Motivation kann sie ihr breites Netzwerk sowie ihre Fachkompetenz zur Wirkungsmessung in die CHANCEN eG einbringen.

Bei Speis und Trank klang die Veranstaltung locker aus und es gab noch einmal Gelegenheit zum regen Austausch. Die zahlreichen Fragen an die Vorstände und Aufsichtsräte zeigen, wie wichtig es den Mitgliedern ist, gut über die Wirkungsfelder der CHANCEN eG informiert zu sein.

Wir freuen uns über die große Anteilnahme und das rege Interesse an der Zukunft der CHANCEN eG und möchten den Rückenwind aus der Generalversammlung mit in ein gemeinsam erfolgreiches Jahr 2017 nehmen.

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