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Die Wiedereinführung von Studiengebühren in Baden-Württemberg und entsprechende Pläne in Nordrhein-Westfalen entfachten in Medien und Zivilgesellschaft erneut eine kontrovers geführte Debatte über Sinn und soziale Verträglichkeit von Studiengebühren. Studiengebühren sind in Deutschland ein hoch politisiertes Thema: Umstritten ist insbesondere ihre soziale Verträglichkeit und die Frage, ob Studierende gegenüber den restlichen Steuerzahlern an den Kosten eines Studiums beteiligt werden sollen.

Weitgehender Konsens besteht darüber, dass Deutschland auf gut ausgebildete Nachwuchsakademiker angewiesen ist. Abgesehen von den gesellschaftlich und wirtschaftlich notwendigen Pädagogen, Fachkräften und Wissenschaftlern, warten zahlreiche drängende gesellschaftspolitische Herausforderungen auf die nächste Generation, deren Bewältigung solider Ausbildungen bedarf. Um entsprechende Bedingungen an den Hochschulen zu gestalten, braucht es finanzielle Mittel zur Modernisierung, zur Herstellung angemessener Betreuungsverhältnisse und für eine zeitgemäße Ausstattung und Lehre. Gleichzeitig sehen sich die Länder mit der Schuldenbremse konfrontiert, die die Ausweitung von Budgets verhindert.

Die verschiedenen Antworten auf die Finanzierungsfrage reflektieren unterschiedliche Gerechtigkeitsnormen innerhalb unserer Gesellschaft: Überspitzt dargestellt, fordert die linke Position eine Übernahme jeglicher Bildungskosten durch den Staat, damit keinem Menschen die Möglichkeit eines Studiums verwehrt bleibt. Konservative Positionen dagegen betonen die Eigenverantwortlichkeit des Einzelnen und fordern, jeden Hochschulabsolventen persönlich zur Kasse zu bitten. Kritik wird an beiden Positionen laut: An der linken Position bezieht sie sich darauf, dass Steuern von allen Bürgern gezahlt werden, auch von Nichtakademikern. Der Vorwurf lautet, dass Nichtakademiker Akademiker subventionieren würden, obwohl Akademiker später in der Regel ein höheres Gehalt beziehen. Die konservative Position hingegen ignoriert, dass neben dem Einzelnen unbestritten auch die gesamte Gesellschaft von einem allgemein hohen Bildungsniveau profitiert.

Unabhängig von der politischen Position ist die nächste Bundesregierung aufgefordert, den Hochschulen und Universitäten dringend benötigte Mittel zur Verfügung zu stellen. Notwendig und für ein unabhängiges Studium unerlässlich ist des Weiteren eine Steigerung des BAföG-Satzes, der in der letzten Legislaturperiode trotz Ankündigung leider nicht angehoben wurde. Im besten Falle kommen weitere Gelder für Universitäten ohne Studiengebühren zustande und werden als Investition in Zeiten hoher Steuereinnahmen verstanden. Alleine wenn Gebühren ernstlich in Erwägung gezogen werden sollten sie nachgelagert und einkommensabhängig sein. Nur in dieser Form sind Studiengebühren so fair und sozialverträglich wie möglich.

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