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Gespräch mit dem Rektor Herr Martin Fritz sowie Verwaltungsdirektor Stefan Grünenwald

In einer grünen Insel im Herzen Stuttgarts stehen die historischen Backsteingebäude der Merz Akademie. Seit 1918 bildet sie Gestalter mit dem Anspruch aus, Kopf- und Handarbeit zu verbinden. Ihre Absolventen sind als Künstler, Designer, Grafiker, Filmproduzenten, Galeristen, Intendanten oder Art Directors tätig. Der Rektor Martin Fritz und der Verwaltungsdirektor Stefan Grünenwald geben uns einen Einblick.

Herr Fritz und Herr Grünenwald, vielen Dank, dass Sie uns die Merz Akademie näher vorstellen. Was zeichnet die Merz Akademie im Kern aus?

Martin Fritz: Das wesentliche Alleinstellungsmerkmal ist unser Begriff von Autorenschaft. Wir stellen kein konkretes Berufsbild in den Vordergrund unserer Ausbildung und Lehre, sondern das Entwickeln des jeweils individuellen Potenzials, um die eigene Sprache,  die eigenen Bilder, die eigene Geschichten adäquat als Autor und Autorin in die Welt zu bringen – immer auch in Beziehung zu aktueller Theorie und Gegenwartsdiskursen.
Stefan Grünenwald: Insgesamt bilden wir kritische Studierende aus, die mit aktuellen und sozialkritischen Themen arbeiten und ihre Botschaft mit allen relevanten Medien transportieren können.

Wie wird dabei der Anspruch der Merz Akademie Realität, Kopf-und Handarbeit zu verbinden und gesellschaftliche Geschichtenerzähler zu bilden?

MF: Durch kontinuierlichen interdisziplinären Austausch und Integration von Theorie und Praxis: Alle Studierende beginnen dasselbe Studium und entscheiden sich erst im zweiten Semester für einen der „Pathways“ Film und Video, Visuelle Kommunikation oder New Media. Theorie bleibt stets integraler Bestandteil des Studiums und wird in den Semesterprojekten mit der Praxis verschränkt. Uns interessieren kritische Inhalte, die zu einer anderen Form von Gesellschaft beitragen können und zugleich bilden wir eine pragmatische und am Arbeitsmarkt nachgefragte Qualifikation aus.

SG: Die Art und Weise der Zusammenarbeit und Begegnung auf Augenhöhe der Studierenden, Mitarbeiter und Professoren macht die Arbeit an der Merz Akademie aus.

Dabei werden Medien und Digitalität immer relevanter. Welche Rolle kommt Mediengestaltung und Kunst in einer Zeit zu, in der Freiheit und pluralistische Werte unter anderem durch die Verwendung von digitalen Medien im Hinblick auf Fake News, Filter Bubbles und Manipulation nicht mehr als selbstverständlich gelten können?

MF: Genau die, die wir versuchen einzunehmen: Die Bildung eines theoretischen, geschichtlichen und politischen Bewusstseins, um den Einsatz und Umgang
mit Medien – ob Print oder digital – kritisch zu reflektieren. Das Verantwortungsbewusstsein und Qualitätsverständnis des Printbereichs ist für den digitalen Bereich ebenso erforderlich.

Die Zusammenarbeit mit der CHANCEN eG und dem Umgekehrten Generationenvertrag beginnt dieses Jahr. Was wünschen und erwarten Sie sich von der Kooperation?

SG: Der Umgekehrte Generationenvertrag erlaubt es unseren Studierenden, sich voll und ganz aufs Studium zu konzentrieren, da sie sich nicht um finanzielle Dinge kümmern müssen. Das Solidarkonzept entspricht dabei vollständig der Ausrichtung der Merz Akademie.

MF: Es ist ein ganz wichtiger Schritt immer mehr und immer wieder daran zu arbeiten, dass das Studium nicht an finanziellen und sozialen Hürden scheitert. Es ist wichtig, dass die Studierenden die Wahlmöglichkeit in Ihren Bildungsentscheidungen haben und es ist wichtig, dass wir die Studierenden ohne Rücksicht auf materielle Hintergründe auswählen können.

Vielen Dank, wir freuen uns auf Ihre Studierende.

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